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(Carduelis chloris)


Am winterlichen Futterhaus gehören Grünfinken zu den regelmäßigsten Gästen. Stets im Trupp besetzen sie das offene Häuschen oder die hygienischere Silo-Ampel, wo für Augenblicke keinem anderen Vogel mehr Zutritt zur Spende bleibt. Einige Sekunden behaupten die dominanten Grün-finken (oder Grünlinge) den Platz, ehe sie sich in die Deckung eines Baumes oder einer Tujen-hecke zurückziehen.

Das Männchen trägt ein leuchtendes Gelbgrün wie das reifender Zitronen, das Gefieder des Weib-chens ist schlichter und schlägt mehr ins Beigebräunliche. Beiden Geschlechtern sitzt der große, dicke Körnerfresserschnabel mit seiner Färbung zwischen Fleischrosa und Leberbraun im knopf-äugigen Gesicht, der voluminöseste Finkenschnabel nach demjenigen des Kernbeißers (Cocco-thraustes coccothraustes). Mit ihren langen, kräftigen Stelzen trippeln und hopsen diese stämmi-gen kleinen Singvögel viel auf dem Boden entlang, um Sämereien, ihre hauptsächliche Nahrung, aufzulesen.

Foto: Ursula Theißen, fotocommunity.de, fc-foto 5541383 *

Lebensraumansprüche

In Mitteleuropa sind Grünlinge ausgesprochene Kulturfolger, die aber auch an Waldlichtungen mit hochstehender, zu einem zweiten Kronenschirm ausgewachsener Sukzession und offenen Bo-denflächen brüten. In einem typischen Lebensraum beträgt das Verhältnis aus Baumbestand, Buschwerk und Freifläche jeweils etwa ein Drittel – Bedingungen, wie unsere Gärten vor allem in Vorstadtsiedlungen, Parkstädten und Villenvierteln bieten.

Das Nest wird zu jeder Brutsaison neu in hohen Sträuchern, Hecken, halbhoch in dichten Nadel-bäumen oder auch in der Fassadenberankung gebaut. Es setzt sich wie die meisten Finkennester aus einem geflochtenen Unterbau zusammen, der aus dünnen Zweiglein, Wurzelfasern, Stängeln und weichen Halmen napfförmig geflochten ist, und einem Inlet aus Moos, Pflanzenwolle und Grasfusseln. Zwei bis drei Mal im Jahr erbrütet das Weibchen aus fünf, sechs zartblauen, braun getupften Eiern. Das Männchen beteiligt sich am Füttern der Küken.

Da Grünfinken sich zu einem größeren Teil von einheimischen und Zierbaum-Samen ernähren als Haussperlinge und bei der Futtersuche keine so ausgesprochenen Bodenvögel sind wie diese, kommen sie auch in gepflegteren Wohnbereichen heute besser zurecht als der engste Begleiter des Menschen.

Aber allzu gepflegte Verhältnisse erschweren auch dem geselligen Grünling das Leben, und regio-nal werden Bestandsrückgänge im Siedlungsbereich festgestellt, die nach pessimistischeren Prognosen in einen ähnlichen Abwärtstrend übergehen könnten wie bei Haus- und Feldsperling.

Noch gehört der Gesang des Grünlings zu den häufigsten im Vogelgarten, wenn er wegen seiner einfachen und etwas monoton wirkenden Struktur auch wenig auffallen mag: eine langatmig häm-mernde, näselnde und pochende Trillerstrophe, in Wellen auf- und absteigend, wie ein Klangge-webe spinnt ihn das frühlingseifrige Männchen in die Luft und unterbricht sie mit einem schnarren-den Trüüüüülsch, als drösele es den Teppich der Töne wieder auf. Gü-gü-gü flötet sein gedämpfter Flugruf, wenn er seinen eingekerbten Schwanz vor dem Himmel fächert und in wellenförmigem Kurs zum nächsten Landeplatz fliegt. Oft wird der Gesang in einem fledermausartig schwenken-den Balzflug zum Besten gegeben.

Schutzmaßnahmen

Der Grünfink ist einer der Brutvögel, die in Deutschland mit mehr als zehn Prozent seines Welt-bestandes vorkommt; dieser beschränkt sich fast ausschließlich auf Europa. Damit kommt uns eine besondere Verantwortung für die Art zu. Einige Maßnahmen, die jeder Gartenbesitzer ver-wirklichen kann, sorgen rechtzeitig dafür, die Population stabil zu halten, ehe auch dieser Vogel vielleicht ein Kandidat für die Rote Liste wird:



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