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IIn Europa sind sie aus den alten Stadtkernen hervorgegangen, die zuvor befestigte und mit Stadt-recht ausgezeichnete Siedlungen waren. Im strengen historischen Sinne lässt sich von „Stadt“ erst durch die wirtschaftliche Dichotomisierung zu den bäuerlichen Produktionsstätten sprechen – die demnach auch erst durch das merkantile Austauschgefälle zu „Dörfern“ im eigentlichen Sinne wur-den. Die Neuentwicklung der Städte, denen römische Garnisonsstädte wie Köln, Mainz, Trier und Augsburg vorangegangen waren, nahm nördlich der Alpen ihren Lauf gegen Ende des 11. Jahr-hunderts. Das folgende Jahrhundert wurde eine Zeit neuer Stadtgründungen, mit denen sich im deutschsprachigen römischen Reichsgebiet vor allem Heinrich der Löwe stark hervor tat – unter seinen Entwürfen waren bekanntlich München, Lübeck und Schwerin.

In den Städten entstanden die ersten hohen Steingebäude, wie Kirchen, Residenzen und Patrizier-häuser. Ab dem 18. Jahrhundert kamen Fabrikgebäude und im 19. Jahrhundert Bahnhofs-gebäude hinzu. Die Städte weiteten sich aus und die geldmächtigen Industriellen erweiterten sie um vornehme Gründerviertel in der Nähe ihrer Produktionsanlagen. Die ummauerten Kernbereiche wurden geöff-net. Dort aber dürften die hohen Gebäude mit ihren Fensternischen, Schall- und Luftlöchern den künftigen Gebäudebrütern erste Nistplätze geboten haben.
Turm- und Wanderfalke, Mauersegler, Haussperling und Mehlschwalbe waren vermutlich Stadtbürger der ersten Stunde. An Kirchen und Burgen fiel ihnen der Umstieg von ihren natürlichen Felshabitaten zu menschengemachten Strukturen leicht.
Ein Neubürger späterer Zeit war hingegen der Hausrotschwanz. Er begann erst im 19. Jahrhundert, sich nördlich der Alpen – einem seiner ursprünglichen Lebensräume – auszubreiten.

Im 20. Jahrhundert und bis heute wurden die Cities starken Veränderungen unterworfen. Die gravie-rendsten brachten sicherlich die Bombenzerstörungen durch den Zweiten Weltkrieg (in Nordfrank-reich bereits durch die Angriffe der Deutschen im Ersten Weltkrieg). In den Ruinen fanden Hausrot-schwanz, Dohle und Turmfalke vorübergehend neue Brutnischen.

Später wechselte in vielen Stadtkernen neuer Wohnungsbau mit Stadtflucht und der Umgestaltung zu Einkaufszonen ab. Große Kaufhäuser prägen seitdem das Bild der Innenstädte.
Die Entfernung des Grüns und die Einstellung der Hinterhof-Viehhaltung haben den Haussperling heute größtenteils aus den Cities verdrängt. Übrig geblieben ist neben den verwilderten Tauben hauptsächlich der Mauersegler. Seine Brutplätze gilt es in jeder Kommune aufzunehmen und zu schützen, ehe sie aus der modernen Architektur gänzlich verschwinden.
Wo Haussperlinge in der Münchner Innenstadt noch vorkommen, versucht die LBV-Kreisgruppe derzeit, sie durch hygienegerechte Ganzjahres-Fütterungen zu unterstützen. In diesem Fall wirken Körnerfütterungen durchaus hilfreich. Sie ersetzen die Dreschabfälle und den halb verdauten Pferdehafer, von dem die Spatzen sich früher ernährten.



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