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(Falco peregrinus) --- Vogel des Jahres 1971

Manche Beschreibungen sprechen seinem Jagdflug eine Geschwindigkeit von 300 Stundenkilo-metern zu. Dies ist eine Übertreibung, doch unerheblich für eine Taube, eine fliegende Ente oder jeden anderen kleineren Vogel, der von dem lebenden Geschoss getroffen wird. 200 km/h als maximale Geschwindigkeit reichen vollkommen aus, das Opfer meist mit einem Schlag zu töten.

Foto: Erich Obkircher, fotocommunity.de, fc-foto 6368863 *

Der majestätische Wanderfalke, der ausschließlich im Flug jagt, hat zwei Techniken des Beutefangs: einerseits den von schnellen Schlägen vorangetriebenen Verfolgungsanflug von unten, andererseits den schräg von oben herniederschrammenden Sturz, der die zuvor genannte Höchstgeschwindigkeit zustande bringen kann. Um sich beim Anprall nicht selbst die Bein-knochen zu brechen, vermeidet der Wanderfalke den unmittelbaren Zugriff. Stattdessen flickt er sein Opfer im Vorbeiflug an und fängt es im Herabtrudeln wieder auf. Häufig bricht schon der Streifgriff dem geschlagenen Vogel das Genick. Manchmal fasst der Falke auch zu und lässt sich in einem regelrechten Salto vornüberfallen, um die Wucht des Zusammenstoßes sich verlaufen zu lassen.

Foto: Hans-Wilhelm Grömping, fotocommunity.de, fc-foto 2232736 *

Foto: Gerd Wellner

Solch atemberaubende Jagdszenen spielen sich auch über den Großstädten der Welt ab: in Manhattan, wo die Greifvögel mit den schwarzen Bartstreifen und der elfenbeingelben, gefleckten Brust ihre Eier auf den Simsen alter Wolkenkratzer ablegen, in Berlin und in München. Dort brüten Wanderfalken seit Jahren erfolgreich in Nistkästen, die an den Schornsteinen des Heizkraftwerks Mün-chen-Süd und Thalkirchen sowie am Olympia-Turm angebracht wurden. Seit Jahren werden die Spezialnistkästen von einer Arbeitsgruppe des LBV München betreut. Auch am Fernsehturm von Fürstenfeldbruck zog im Jahr 2008 erstmals ein Wanderfalken-Paar seine Jungen auf.

Wanderfalke, LBV Vogelstation Regenstauf / Auffangstation für verletzte Greifvögel, Foto: G. Wellner


Besondere Ansprüche

Die Bedürfnisse dieses Felsbrüters sind indes nicht leicht zu befriedigen. Eigentlich nistet der Wanderfalke auf hochgelegenen Felsbändern mit Nischen, in denen die Eier vor Wettereinflüssen und dem Absturz geschützt sind; wie alle Falken baut er kein eigenes Nest. In Mitteleuropa über-wiegen Felsbruten, während beispielsweise in Ost- und Nordeuropa ganze Wanderfalkenpopula-tionen in Baumhorsten von Kolkraben, Milanen oder Steinadlern brüten. Nur bedingt ist der Vogel zum Gebäudebrüter geworden. Soll ein Gebäude einen natürlichen Nistplatz in einer Wand er-setzen, muss die Nistunterlage in mindestens 40 Metern Höhe liegen, wie der LBV Wanderfalken-Experte Ulrich Lanz erklärt.

Ein Nistkasten für Wanderfalken umfasst 1,30 Meter in der Tiefe mitsamt der Außenplattform, die den Eltern als Ansitz und den Jungen als Übungsplatz zum Trainieren ihrer Flügel dient. Die Breite beträgt ca. 60 Zentimeter. Die Brutnische trägt ein schützendes Vordach.


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